Kurz erklärt: Fiktive Abrechnung
Gemäß § 249 BGB kann der Geschädigter frei wählen, ob er das Auto reparieren lässt oder sich die ermittelten Reparaturkosten auszahlen lässt – und genau das bedeutet die fiktive Abrechnung. Wenn bei der fiktiven Abrechnung die Reparaturkosten oberhalb von 70 % des Wiederbeschaffungswertes sind, so wird der Restwert in Abzug gebracht. Der Geschädigte kann entweder das Fahrzeug für den von Sachverständigen ermittelten Restwert veräußern oder weiternutzen. Auf Restwertermittlungen der Versicherung muss er sich nur dann einlassen, falls er das Fahrzeug noch nicht veräußert hat. Bei der fiktiven Abrechnung kommt es meistens zu Kürzungen, die die Versicherungen vornehmen. Mit einem Rechtsanwalt voranzugehen wird von uns ausdrücklich empfohlen.
Streitwerte:
-Verbringungskosten
-Lackaufschlag
-UPE-Aufschlag
-Stundenverrechnungssätze
130% Grenze = Integritätszuschlag
Wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30 % übersteigen, kann man als Geschädigter das Fahrzeug trotzdem reparieren lassen. Die Voraussetzungen hierfür sind die vollständige, sach- und fachgerechte Instandsetzung und eine Mindestnutzung von weiteren 6 Monaten. Als Nachweis für die vollständige Instandsetzung dient hier eine Reparaturrechnung.
Wichtig:
Bei einer fiktiven Abrechnung (Abrechnung ohne Reparatur) werden maximal 100 % des Wiederbeschaffungswerts erstattet. Der Integritätszuschlag bis 130 % kommt nur bei tatsächlicher Reparatur zur Anwendung.
Verbringungskosten
Verbringungskosten entstehen, wenn eine Werkstatt keine eigene Lackiererei besitzt und das Fahrzeug zur Durchführung von Lackierarbeiten in einen externen Lackierbetrieb verbracht wird. Der Transport des Fahrzeugs sowie der damit verbundene organisatorische Aufwand werden als eigene Kostenposition ausgewiesen.
Diese Kostenposition ist in der Rechtsprechung teilweise umstritten, wird jedoch regelmäßig als Bestandteil eines Kfz-Gutachtens berücksichtigt und ist grundsätzlich auch im Rahmen der fiktiven Abrechnung erstattungsfähig, sofern sie regional üblich und erforderlich ist.
Üblicherweise werden hierfür ein bis zwei Arbeitsstunden angesetzt.